Vortragsblock 26

Starkregenereignisse und Kanalmanagement

Freitag, 15.02.2019, 11.30–13.00 Uhr, Raum I 12

CATCH – der Umgang mit Starkregen als europäisches Verbundprojekt

Dipl.-Ing. (FH) Mike Böge, iro GmbH Oldenburg, Oldenburg

Im Rahmen einer Anpassung an den Klimawandel müssen Städte den veränderten Rahmenbedingungen Rechnung tragen, die sich durch zunehmende Extremereignisse, Flächenversiegelung und die Umsetzung europäischer Rahmenrichtlinien ergeben. Während große Städte im Hinblick auf eine Klimaanpassung schon relativ gut aufgestellt sind, fehlt kleinen und mittelgroßen Städten oft die Kapazität, um einen strategischen Prozess der Klimaanpassung zu durchlaufen. Vor diesem Hintergrund stellt dieser Vortrag den Ansatz des CATCH Projekts vor (CATCH - water sensitive Cities: the Answer To CHallenges of extreme weather events), kleine und mittelgroße große Städte bei der Klimaanpassung zu unterstützen und dafür das geeignete Handwerkszeug zur entwickeln.

Smarte Starkregenvorsorge – Sofort-Hilfe-Check im Kanalbetrieb

Mirko Salomon, M.Sc., IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH, Gelsenkirchen

Die Abwasserbetriebe im Kommunalen Netzwerk Abwasser (www.komnetgew.de) haben sich vernetzt, um die kommunalen Aufgaben der Abwasserbeseitigung gemeinsam anzugehen und Arbeitshilfen und Wissen zu teilen. In dem Netzwerk hat ein Arbeitskreis von dreizehn Abwasserbetrieben in 2018 das Forschungsvorhaben „Umgang mit Starkregenereignissen im Kanalbetrieb“ bearbeitet. Im Ergebnis liegt ein „Starkregen-Check Kanalbetrieb“ vor, der alle Kanalbetriebe bei der organisatorischen Umsetzung von Maßnahmen unterstützt, die in der Krisensituation außergewöhnlicher und extremer Starkregen notwendig werden können. Die organisatorische Umsetzung erleichtert ein Basic-Manual, in dem Best Practice Beispiele aus der Praxis und Muster-Dokumente dargestellt werden. Die Ausarbeitungen sind interessant für alle Kanalbetriebe und wurden deswegen auch vom Umweltministerium des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert. Der Forschungsbericht sowie auch die Arbeitshilfen werden nach Abschluss des Projektes, voraussichtlich im Frühjahr 2019, frei verfügbar zum Download gestellt: www.komnetgew.de.

Der elektronische Kanalspiegel in der Praxis – wirtschaftliche Kanalkontrolle

Tobias Jöckel, B.Eng. (FH), JT-elektronik GmbH, Lindau

Die zukunftsorientierte und bedarfsgerechte Kanalreinigung mit der Kontrolle der Leitungen und des Zustandes steht immer mehr im Fokus zu einer effizienteren Dienstleistung unter dem Oberbegriff „Substanzerhaltung der öffentlichen Kanalisationen“. Der elektronische Kanalspiegel ist ideales Werkzeug für die einfache und schnelle Zustandserfassung des Kanals. Dieses System hilft dabei, die Arbeit des Reinigungspersonals und die Kontrolle vor und nach der Kanalreinigung zu vereinfachen und effizienter zu gestalten. Über perfekte und miniaturisierte neue Kameratechniken und Objektive können Strecken bis zu 200 m „gezoomt“ betrachtet werden. Die Aufzeichnung der schnell durchgeführten Kontrolle erfolgt in Videoformaten oder als Bildfolge mit mehreren hochauflösenden Einzelfotos. Als Ergebnis erhält der Anwender die Informationen zu Zustand, Betrieb, Ablagerungen, Füllhöhen, Verwurzelungen, Fremdwasserzuläufen, Befestigung von Steigeisen usw.

Moderator: apl. Prof. Dr. Helge Bormann,
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Referat Forschung und Transfer, Studienort Oldenburg