Vortragsblock 11

Nachhaltige Substanzerhaltung von Kanalnetzen als ein wesentlicher Bestandteil der kommunalen Infrastruktur

Donnerstag, 14.02.2019, 13.30–15.00 Uhr, Raum I 12

Anforderungen und Ansätze für eine integrale und nachhaltige Sanierungsplanung

Dipl.-Ing. Swen Pfister, Dipl.-Ing. Katharina Thielking, hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

In der öffentlichen Diskussion sind die Begriffe „Nachhaltigkeit“ und „Integrale Planung“ allgegenwärtig. Aus diesem Grund ist eine Einordnung dieser Begriffe im Zusammenhang mit der Sanierung von Kanalnetzen sowohl für die Experten als auch für die Öffentlichkeit sinnvoll. Inhaltlich umfassen die Begriffe „nachhaltig“ und „integral“ im Zusammenhang der Kanalsanierung die Aspekte der perspektivischen Wirkung (langfristig) der Sanierung, sowie der ganzheitlichen Betrachtung (Berücksichtigung aller wesentlicher Einflussfaktoren). Diese Aspekte sind im technischen Regelwerk bereits berücksichtigt und stellen deshalb für die Betreiber von Kanalnetzen heute bereits konkrete Anforderungen dar. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden ist es seitens der Betreiber jedoch notwendig, über entsprechende Methoden und Instrumente zu verfügen. Heute ist es bereits möglich, insbesondere mit Hilfe von Wirkungsanalysen auf der Basis von Kanalnetzalterungsmodellen langfristige Wirkungsprognosen und Finanzmittelbedarfsermittlungen durchzuführen. Sie bieten die Möglichkeit, Sanierungsstrategien zu validieren bzw. während der Umsetzung zu optimieren.

Digitalisierung der Wasserwirtschaft- eine Chance zur kooperativen Planung von Infrastrukturmaßnahmen

Dipl.-Ing. Christoph Plogmeier, GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen

In der strategischen Sanierungsplanung von wasserwirtschaftlichen Infrastrukturnetzen sollten alle in der Praxis relevanten Randbedingungen berücksichtigt werden. Fundierte Prognosemodelle und der Einsatz digitaler Planungswerkzeuge ermöglichen eine integrale Planung unterschiedlicher Infrastruktursparten. Durch die Anbindung und Rückkopplung der operationellen Umsetzung in den Planungsprozess findet eine zeitnahe Datenaktualisierung statt, die die Grundlage für ein Monitoring schafft. Das Zusammenführen von Datenbeständen aus unterschiedlichen Sparten ermöglicht kooperative Planungen.

Managementsysteme für Asset Management – eine lästige Pflicht oder der Lösungsansatz für Netzbetreiber

Dipl.-Ing. Rüdiger Jathe, Lina Gerdes, M.A., hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Aufbauend auf den ISO-Normen zum Asset Management und unter Zuhilfenahme von ausgeprägten Leitfäden zum Infrastruktur-Management kann der Netzbetreiber die notwendigen Handlungspfade zum Aufbau eines AM-Managementsystems planen und schrittweise die Einführung notwendiger AM-Komponenten realisieren. Vielfach bereits vorhandene Bestandteile der Aufbau- und Ablauforganisation, der Prozess- und (IT-)Systemlandschaft oder implementierter Strukturen begleitender Managementsysteme (wie z.B. EMAS, QUM, AMS, Risikocontrolling usw.) sind integrier- bzw. adaptierbar. Das Grundprinzip des PDCA-Zyklus sollte dabei Leitgedanke sein. Mit der Implementierung des AM-Managementsystems lassen sich vielfältige strukturelle, aber auch betriebswirtschaftliche Vorteile z.B. hinsichtlich der rechtskonformen Bedarfssteuerung, der sicherheitsorientierten Verfügbarkeit oder des Substanz- und Funktionserhalts im Kanalnetz erzielen. Insofern stellt das Ziel zum schrittweisen Aufbau eines AM-Managementsystems keine lästige Pflicht, sondern vielmehr einen empfehlenswerten Lösungsansatz für den Netzbetreiber dar.

Moderator: Dipl.-Ing. Jörg Broll-Bickhardt,
hanseWasser Bremen GmbH, Bremen