Vortragsblock 28

Neuigkeiten auf dem Fachgebiet des kathodischen Korrosionsschutzes für erdverlegte Rohrleitungen

Freitag, 09.02.2018, 11.30–13.00 Uhr, Raum E 22

Hochspannungsbeeinflussung unter den Gesichtspunkten Freileitungs-Temperatur-Monitoring, AWE, HGÜ sowie ergänzende Hinweise zum Trennen von Rohrleitungen gem. DVGW GW 309

Dipl.-Ing. (FH) Marc Lemkemeyer, Westnetz GmbH, Dortmund

Die Problematik der Wechselspannungsbeeinflussung von Rohrleitungen hat in den vergangenen Jahren immer stärker an Relevanz gewonnen. Aufgrund von deutlich hochwertigerer Verlegequalitäten und der Nutzung gemeinsamer Energietrassen werden an vielen beeinflussten Leitungen die Grenzwerte bezüglich des Personenschutzes nur noch mit erheblichem technischen und finanziellen Aufwand eingehalten.
Mit dem Erscheinen des Beiblattes 1 zum DVGW-Arbeitsblatt GW 22 und dem Arbeitsblatt GW 309 wurden in diesem Jahr drei neue Aspekte bzw. Betriebszustände thematisiert, die dazu führen, dass die bisherigen Berechnungen und die getroffenen Maßnahmen neu bewertet werden müssen. Es werden die Mechanismen und Problemstellungen der automatischen Wiedereinschaltung bei Drehstromsystemen im Erdkurzschlussfall, des witterungsabhängigen Freileitungsbetriebs, der Hochspannungsgleichstromübertragung und die Gefahren bei elektrischen Überbrückungen bei Rohrtrennung dargestellt.

Planung, Einrichtung, Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung des KKS von erdverlegten Rohrleitungen gem. neuer EN ISO 15589-1 und neuer DVGW GW 10

Dipl.-Ing. Jürgen Barthel, Streicher Tief- und Ingenieurbau Jena GmbH & Co. KG., Jena-Maura

Das DVGW-Arbeitsblatt GW 10 (A) aus dem Jahre 2008 wurde in einem Projektkreis des DVGW überarbeitet. Die neue Version enthält die Inhalte der alten GW 10 sowie die Inhalte der DVGW-Arbeitsblätter GW 12 (A) (Anwendungsbereich: Planung und Bau) und GW 16 (A) (Anwendungsbereich: Fernüberwachung). Wo immer möglich wurde auf bereits existierende Regelwerke (national und international) verwiesen. Auch das Erscheinen der DIN EN ISO 15589-1 als Ersatz für die DIN EN 12954 fand bei der Überarbeitung Berücksichtigung. Neu ist, dass das Anwendungsgebiet der neuen GW 10 explizit den kathodischen Schutz von erdverlegten Rohrleitungen in komplexen Anlagen nach DIN EN 14505 mit einbezieht. Zusätzlich wurden Maßnahmen für Gebiete mit dichter Besiedlung oder besonderem Schutzbedürfnis definiert.
In der neuen GW 10 sind auch die Tätigkeiten und Zuständigkeit des KKS-Sachverständigen nach DVGW-Arbeitsblatt G 100 Fachgebiet IX definiert. Deshalb soll zukünftig im Hinblick auf die Tätigkeiten und Zuständigkeiten dieses Sachverständigen in allen DVGW-Regelwerken, die diesen Sachverständigen aufführen, nur noch auf die neue GW 10 verwiesen werden. Der Beitrag stellt die wesentlichen Inhalte der neuen GW 10 vor.
Die wesentlichen Neuerungen aus der DIN EN ISO 15589-1 sind Berechnungsverfahren zum Schutzstrombedarf in der Planungsphase, Festlegungen zu Mindestwartungsintervallen für wiederkehrende Messungen und Prüfungen sowie die Aufnahme der aus AfK-Empfehlung Nr. 10:2014 bekannten Polarisationsstrommessung.

Erhöhung der Sicherheit von Gashochdruckleitungen durch KKS-Online-Überwachungssysteme

Dipl.-Phys. Rainer Deiss, Netze BW GmbH, Stuttgart

Der nachfolgende Artikel beschreibt die prinzipiellen Möglichkeiten, die sich bei der Nutzung von KKS-Onlineüberwachungssystemen für die weitere Erhöhung der Sicherheit und die Verbesserung der Integritätsbewertung von erdverlegten Gasrohrleitungen aus Stahl ergeben und stellt die beiden aktuellen am Markt befindlichen Systeme vor.

Moderator: Dipl.-Ing. Thomas Laier,
Westnetz GmbH, Dortmund