Vortragsblock 27

Steinzeug: Neue Wege bei Verfüllbaustoffen für den Kanalbau und innovative Lösungen in der Abwassertechnik

Freitag, 09.02.2018, 11.30–13.00 Uhr, Raum E 14

Bodenmanagement im Kanalbau in Eigenregie (Gründe, Genehmigung, Handling, Kosten)

Dipl.-Ing. Claus-Michael Schmidt, KASSELWASSER Eigenbetrieb der Stadt, Kassel

KASSELWASSER produziert in Eigenregie Flüssigboden und stellt diesen zur Verfüllung der Kanalgräben frei Baustelle kostenlos zur Verfügung. Zur Zeit ist ein Bodenzwischenlager für 32.000 t Boden bis LAGA Z2 im Bau. Die Gründe, das Bodenmanagement zu übernehmen, die Genehmigung und die Kosten werden im Vortrag dargestellt.

Zeitweise fließfähige, selbstverdichtende Verfüllbaustoffe - welche Auswirkungen hat die Anwendung von Flüssigboden aus Sicht der Regelwerke

Dr.-Ing. Ulrich Bohle, Steinzeug-Keramo GmbH, Frechen

Die Anwendung von zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden Verfüllmaterialien in der Leitungszone sorgt in der Regel für eine sehr günstige Bettungssituation der Rohre und wirkt daher positiv auf die Nutzungsdauer der Kanäle. In den Regelwerken waren ZFSV bislang nur sehr allgemein berücksichtigt, daher wurden bei der Überarbeitung der DWA-Arbeitsblätter A 127 und A 139 eigene Abschnitte für ZFSV eingeführt. Aus Sicht der Regelwerke sind bei der Anwendung von ZFSV insbesondere Aspekte der Arbeitssicherheit relevant. Zudem wird festgeschrieben, dass der Anwender des Verfahrens über ein Qualitätssicherungssystem verfügen muss, um die vertraglich vereinbarte Qualität der Erdarbeiten sicherzustellen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt im Regelwerk ist eine Definition, unter welchen Voraussetzungen ein ZFSV als „bodenähnlich“ gilt. Nur in diesem Fall darf eine statische Berechnung des Rohr-Boden-Systems nach DWA A 127 durchgeführt werden.

Abwasserreaktor - Port of Kiel: Planung und Bau der Nachbehandlungsanlage für Kreuzfahrtschiffsabwässer

Dipl.-Ing. Michael Syttkus, SEEHAFEN KIEL GmbH & Co. KG, Kiel

Abwasserreaktor - Port of Kiel: Nachbehandlung von Kreuzfahrtschiffabwässern in Häfen

Dipl.-Ing. (Univ.), Dipl.-Umweltwiss. Andreas Obermayer, UNITECHNICS KG, Mötzingen

Am Port of Kiel wurde ein Reaktor zur Behandlung der von den Kreuzfahrtschiffen dem Hafenbetreiber übergebenen Abwässer gebaut. In diesem Beitrag wird die notwendige Verfahrenstechnik und die Lösung der Grundproblematik zu den Schiffsabwässern vorgestellt. Die Behandlung am Port of Kiel zielt vorwiegend auf eine Reduktion der Sulfidkonzentrationen ab. Hierfür wurde eine Kombination aus Strippung, Dosierung und Abluftbehandlung entwickelt, welche eine stabile Reinigungsleistung und einen wirtschaftlichen und weitestgehend automatisierten Betrieb gewährleistet. Erste Betriebsergebnisse werden vorgestellt, welche zeigen, dass die Anlage gut und sicher läuft. Da die Anlage in der ersten Saison 2017 noch im Einfahrbetrieb lief, ist zu erwarten, dass im Dauerbetrieb die derzeit bereits über den Erwartungen liegenden Reinigungsleistungen noch weiter optimiert werden können.

Moderator: Bauass. Dipl.-Ing. Karl-Heinz Flick,
Fachverband Steinzeugindustrie e.V., Frechen