Vortragsblock 25

Fernwärme

Freitag, 09.02.2018, 9.00–10.30 Uhr, Raum E 22

Alterung von Wärmenetzen - Einflussgrößen und Modelle

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ingo Weidlich, HafenCity Universität Hamburg Infrastructural Engineering, Hamburg

Die graduelle Abnahme definierter Funktionen oder Eigenschaften von Organismen und Objekten wird gemeinhin als Alterung bezeichnet. Das Altern endet mit dem vollständigen Verlust der Funktionen oder Eigenschaften. Im Bereich von Fernwärmeleitungen sind nur wenige wissenschaftlich belastbare Alterungsmodelle für eine Rehabilitations- und Instandhaltungsplanung in der konkreten Anwendung. Dies liegt einerseits daran, dass bisher nur wenig statistische Daten zu Fernwärmeleitungen zugänglich sind, und andererseits die Inspektion von Fernwärmeleitungen aufgrund der physikalischen Betriebsparameter schwierig ist. Zustandsänderungen von Fernwärmeleitungen können meist nur indirekt ermittelt werden. Gleichzeitig sind Fernwärmeleitungen robuste Systeme, die ihre ursprünglich zugedachte Nutzungsdauer oft deutlich überschreiten. Deshalb ist die Rehabilitationsplanung von Fernwärmenetzen noch mit großen Unsicherheiten behaftet.
In vorliegenden Beitrag werden verschiedene Alterungstheorien und -mechanismen vorgestellt, die bei Kunststoffmantelrohren, dem meistverbauten Fernwärmeleitungssystem, auftreten bzw. Verwendung finden können. Dies sind statistische Alterungsmodelle, Schadensakkumulationstheorien und Alterung der Dämmung. Besondere Einflussgrößen auf die Alterung infolge z. B. der Veränderung der friktionalen Randbedingungen durch Umlagerungsprozesse, finden ebenfalls Erwähnung. Es wird festgestellt, dass auf die Alterung von Leitungen in Wärmenetzen mit unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet wird, aber keine integralen Ansätze bestehen.

Aktueller Stand der Schäumloch-Abdichtung in der HDPE-Ummantelung von Muffen

Dipl.-Ing. Michael Haushahn, LOGSTOR Deutschland GmbH, Hamburg

Der aktuelle Stand wird anhand der SX-WP Muffe erläutert. Die SX-WP ist eine Schrumpfmuffe aus strahlenvernetztem Polyethylen. Die Muffe wird beim Abschrumpfen abgedichtet und wird anschließend ausgeschäumt. Die Schaumeinfülllöcher werden mit Schweißstopfen verschlossen. Muffenklassifizierung: Dichten vor Verschäumen.
Das gewünschte Schrumpfvermögen der Muffe erfordert einen entsprechend hohen Vernetzungsgrad des Polyethylens im Muffenkörper. Die Vernetzung reduziert aber die Schweißbarkeit des Polyethylens. Im Bereich der Schweißstopfen wird der Muffenkörper bei der Strahlenvernetzung abgeschirmt und dadurch die Vernetzung so niedrig gehalten, dass ein Verschweißen der Stopfen möglich ist. Das ideale Schrumpfverhalten der Muffe bei gleichzeitiger Verschweißbarkeit der Stopfen im Muffenkörper ist das Ergebnis eines intensiven Entwicklungsprozesses und erfordert einen gesteuerten Vernetzungsprozess. Eine belastbare Ausführung der Stopfenschweißung ist dabei von besonderer Bedeutung. Für das Stopfenschweißen gibt es derzeit keine einheitlichen Anforderungen und Prüfverfahren. Daher war es notwendig, relevante Anforderungen zu sichten und bei der Entwicklung zu berücksichtigen.

Potenziale von Absorptionswärmepumpen zur Absenkung der Rücklauftemperatur in urbanen Fernwärmesystemen

Dr.-Ing. Georg K. Schuchardt, Fernwärme-Forschungsinstitut in Hannover e.V., Hemmingen

Effiziente Lösungen zur Wärmeversorgung sind im Kontext der Energiewende von großem Interesse. Durch die Integration von Absorptionswärmepumpen bei der Wärmeübergabe an den Kunden, soll die Wärmeversorgung via Fernwärme effizienter gestaltet werden.

Moderator: Dipl.-Ing. Thomas Grage
Fernwärme-Forschungsinstitut in Hannover e.V., Hemmingen