Vortragsblock 23

Innovative Ansätze zur Berücksichtigung der Bodenverhältnisse im Rohrleitungsbau und Kanalbetrieb

Freitag, 09.02.2018, 9.00–10.30 Uhr, Raum I 11

3D-Untergrundmodelle als Unterstützung für die Auswahl des Bauverfahrens

Dipl.-Ing. Reinhard Hövel, Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband, Oldenburg,
Malko Bischke, M.Sc., Niedersachsen Wasser GmbH, Oldenburg

Die Kanalnetzstruktur in der Stadt Oldenburg (Netzlänge ca. 860 km) erfordert aufgrund von Alterungsprozessen und zunehmenden Abwassermengen eine ständige Anpassung in Form von konventionellen und innovativen Kanalbaumaßnahmen. Zur Auswahl der hierbei in Frage kommenden Bauverfahren sind möglichst detaillierte Informationen über den Untergrund von großem Vorteil. Weiterhin müssen die bereits vorhandenen Entwässerungssysteme entlastet werden und dabei kann für die Stadt Oldenburg vor allem die oberflächennahe Regenwasserversickerung ein Thema sein. Auch hierfür sind detaillierte Kenntnisse über den Untergrund unerlässlich und daher hat der Oldenburgisch- Ostfriesische Wasserverband (OOWV) als Kanalnetzbetreiber in den Jahren 2016 und 2017 ein 3D-Untergrundmodell nach dem neuesten Stand der Technik aufgestellt, das in dem Vortrag vorgestellt wird.

Erfahrungsbericht HDD - Bohrverfahren in Oldenburg unter besonderer Berücksichtigung der Bodenverhältnisse

Dominik Bachner, B.Sc., LMR Drilling GmbH, Oldenburg

Eine 720 Meter lange Abwasserdruckleitung verbindet seit 2016 den Westen und Südwesten der Stadt Oldenburg mit einem Hauptkanal. Teil dieser Abwasserdruckleitung waren zwei Horizontalbohrungen von 350 m und 280 m Länge. Dabei musste mit Bohrung 1 der Fluss Hunte, der Küstenkanal und ein Wasserzug sowie mit Bohrung 2 eine Bundesautobahn, eine Stadtstraße und ein Landschaftsschutzgebiet gequert werden. Die Bohrungen waren durch die in der Großbohrtechnik eher unüblichen städtischen Randbedingungen und geologischen Schwierigkeiten geprägt.“

Machbarkeit und Nutzen einer Implementierung des Modells zur Beurteilung der Umweltrelevanz nach Merkblatt DWA-M 149-7

Dipl.-Ing. (FH), Dipl.-Wirtschaftsing. (FH) Rüdiger Jathe, hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Seit Anfang 2016 ist das Merkblatt DWA-M 149-7 zur Beurteilung der Umweltrelevanz von Entwässerungssystemen als Weißdruck verfügbar. Im Zusammenhang mit der Forderung nach einer möglichst umfassenden Berücksichtigung nach DWA-A 143-1 könnte sich aus der ergänzenden Beurteilung der Umweltrelevanz eine weitere Eingangsgröße für die "Integrierte Sanierungsplanung" ergeben. Um die Machbarkeit der systemtechnischen und prozessualen Implementierung, die Anwendbarkeit der Beurteilungssystematik und auch die Nutzbarkeit der daraus gewonnenen Erkenntnisse einzuordnen, wurde eigens ein Prüfprojekt ins Leben gerufen. Der Beitrag schildert die Vorgehensweise und beschreibt die Ergebnisse.

Moderator: Dr.-Ing. Michael Janzen,
Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband, Oldenburg