Vortragsblock 20

BIM - in der Infrastruktur

Donnerstag, 08.02.2018, 15.30–17.00 Uhr, Raum I 11

Planen - Konstruieren - Bauen - Betreiben: BIM als Ordnungssystem im Hochbau / Lehrangebote und Projekte an der Jade Hochschule in Oldenburg

Christian Heins, M.Eng., Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Studienort Oldenburg

BIM erfordert ein Umdenken in der Projektabwicklung. Das betrifft alle Bereiche der Wertschöpfungskette „Bau“. Die vier Handlungsfelder - Menschen, Technologie, Prozesse und Standards – müssen neu ausgerichtet und auf kollaborative und interdisziplinäre Prozesse angepasst werden. Und das auf nationaler sowie auf internationaler Ebene. Die Problemstellungen sind dabei vielschichtig und tiefgreifend, gerade für kleine und mittlere Unternehmen, ohne Innovativabteilung. Die Arbeitsweise verändert sich. So werden anfangs aus Routinearbeiten schnell Forschungsprojekte, da Softwareprodukte, die unterschiedlicher kaum sein können, jetzt miteinander harmonisieren müssen und Prozesse den eigenen Arbeitsablauf sowie Standards die Arbeitsweise vorgeben. Standards, die es für die gesamte deutsche Bauwirtschaft zu diesem Zeitpunkt noch nicht gibt. Somit versteht sich BIM vorrangig als ein digitales Ordnungssystem der Baubranche, entlang des gesamten Lebenszyklus von Bauwerken.
In dem Vortrag geht es darum wie BIM-konformes Arbeiten, ohne einheitliche Standards im Hochbau, gelehrt werden kann. Es werden Themenfelder rund um BIM aufgegriffen, wie z. B. die Berufspolitik, Entwicklung eines Curricula, Lehrangebote, Abschlussarbeiten und sonstige nationale wie internationale Projekte.

BIM – technische Infrastruktur bei Erneuerung und Neuerschließung kommunaler Straßen, Smart City Herausforderungen bei der Konversion eines aufgelassenen Militärflughafengeländes

Prof. Dipl.-Ing. Bernd Müller, Stadt Oldenburg, Amt für Verkehr und Straßenbau, Oldenburg

Der Begriff der Smart City erfreut sich steigender Popularität. Was genau jedoch damit gemeint ist, welche Konzepte und Technologien damit verbunden sind, wie diese umgesetzt werden können und welche Auswirkungen daraus folgen, lässt vielfach beträchtlichen Raum für Interpretationen.
Um sich dem Thema etwas strukturierter zu nähern, müssten Chancen und Vorteile, aber auch Probleme und Risiken, die aus Smart City Konzepten nicht nur in Deutschland zu erhoffen und zu befürchten sind, untersucht werden. Die Ambivalenz zwischen dem Streben nach Chancenzuwachs und dem Bedürfnis nach Strukturerhalt bewegt die Menschen auch beim Thema Smart-City über alle Altersgruppen hinweg. Die Digitalisierung macht die Planenden zu Treibern und Getriebenen zugleich. In allen Themenfeldern, ob Energie und Versorgung, Mobilität und Wohnen, der Arbeitswelt sowie der Frage „Wo bleibt der Mensch?“ sind Umbrüche Bestandteil unserer Gegenwart und Zukunft.
Der Fliegerhorst in Oldenburg ist Feldstudie und Reallabor zugleich. Mit der Zielsetzung, den neuen Stadtteil zu einer Smart-City werden zu lassen wird definiert, welche nachhaltigen Zukunftsperspektiven ein smartes City-Konzept für die darin wohnenden Menschen und das System Stadt zu leisten imstande ist.

Durchgängiger Datenfluss Planung - Abrechnung - Bestandsdokumentation im Leitungsbau

Dipl.-Ing. (FH) Volker Eisfelder, BRZ Deutschland GmbH, Nürnberg,
Dipl.-Ing. (TH) Frank Kocher, isl-kocher.com, Siegen

Building Information Modeling (BIM) wird oft mit Hochbau, weniger mit dem Tiefbau allgemein, am wenigsten bislang jedoch mit dem Leitungsbau in Verbindung gebracht. Dabei sind die Voraussetzungen für das modellbasierte Arbeiten mit Blick auf mehr Transparenz, effiziente Prozesse und profitable Ergebnisse gerade im Leitungsbau besonders vielversprechend. Ziel ist ein digitaler Datenfluss von der Planung über die Ausführung mit Fortschreibung der Geometrie bis zum Rückfluss des Neubestandes („As built“) in das Geoinformationssystem des Auftraggebers.

Moderator: Prof. Dr.-Ing. Hans-Hermann Prüser,
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Studienort Oldenburg