Vortragsblock 19

Das ewige Leid: Schäden, Haftung, Versicherung

Donnerstag, 08.02.2018, 15.30–17.00 Uhr, Raum E 22

Besonderheiten der Gefahrtragung und Versicherung in Arbeitsgemeinschaften (ARGEN)

Burkhard Brämer, bauass Versicherungsmakler GmbH & Co. KG, Hamburg

Bei der Gestaltung einer Arbeitsgemeinschaft sind zum Thema Gefahrtragung, Haftung und Versicherung einige Besonderheiten zu beachten. Der verbreitete Mustervertrag lässt den Anwender in trügerischer Sicherheit. Die ARGE-Partner sollten die Schnittstellen kennen, wenn möglich, vertraglich neu gestalten oder sich zumindest der unzureichend geregelten Grundsätze bewusst sein.

Haftung für Werksverträge ohne Limit?

Rechtsanwältin Marion Ellerkamp, LUTHER NIERER Rechtsanwälte Partnerschaft mit beschränkter Berufshaftung, Berlin

Werk- und Bauverträge beinhalten für die beteiligten Parteien zum Teil erhebliche Schadens- und damit einhergehend enorme Haftungsrisiken. Gerade im Rahmen von Anlagenbauprojekten kann ein reiner Sachschaden, eine mangelbehaftete Werkleistung oder die verspätete Fertigstellung zu enormen finanziellen Folgeschäden des späteren Nutzers oder Betreibers des Bauwerks oder der Anlage führen. Die daraus resultierenden Schadenersatzansprüche des Auftraggebers können bei  einer uneingeschränkten Haftung schnell zu einer wirtschaftlichen Schieflage des Auftragnehmers führen. Die Verteilung und Begrenzung von Haftungsrisiken liegt daher vor allem im Interesse von Auftragnehmern, sollte aber auch das Interesse von  Auftraggebern sein.
In dem Vortrag soll aufgezeigt werden, welche Schwierigkeiten die Verwendung von Standard-Haftungsbeschränkungsklauseln in Werk- und Bauverträgen mit sich bringen kann, welche Konsequenzen sich daraus für die Vertragsgestaltung und- durchführung ergeben und welche Chancen sich für die Parteien von Werk- und Bauverträgen aus der Vereinbarung von Haftungsbegrenzungen ergeben können.

Barrierenmanagement und Vorfalluntersuchung in Schadensfällen

Dipl.-Ing. Carsten Weid, Germanischer Lloyd Industrial Services GmbH, Hamburg

Die Initiativen im Bereich Industrie 4.0 und Digitalisierung haben technische Anlagen von Betreibern zwar zuverlässiger gemacht, allerdings können Fehler und Ereignisse mit negativen Folgen immer noch nicht mit hundertprozentiger Sicherheit ausgeschlossen werden. In den Managementsystemen der meisten Unternehmen ist festgeschrieben, dass die Wiederholung von Ereignissen durch eine ausreichend detaillierte Ursachenanalyse und die Festlegung von präventiven Maßnahmen verhindert werden soll. Obwohl hinreichend bekannt ist, dass die meisten Fehler auf systematische Ursachen und Fehler im Managementsystem zurückzuführen sind, erfolgt die Ereignisuntersuchung oftmals nur bis zu den unmittelbar technischen Ursachen. Dies führt dazu, dass die eigentlichen Hintergründe von Ereignissen nicht bestimmt und systematische Fehler nicht abgestellt werden. DNV GL stellt in dem Vortrag ein barrierenbasiertes Konzept zur Ereignisuntersuchung mit dem systematische Fehler und Fehler im Managementsytem identifiziert und abgestellt werden können.

Moderator: Prof. Dr. jur. Peter Fischer,
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth, Studienort Oldenburg