Vortragsblock 17

Stahlrohre

Donnerstag, 08.02.2018, 15.30–17.00 Uhr, Raum E 14

Umwelt-Produkt-Deklarationen für Stahlrohre

Simon Kroop, M.Sc., Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH, Salzgitter,
Dr. rer.nat. Hans-Jürgen Kocks, Mannesmann Line Pipe GmbH, Siegen

Im Sinne der Bauproduktenrichtlinie werden für Hohlprofile, Ölfeldrohre, Wasserrohre sowie Öl- und Gasleitungsrohre auf der Basis von Stoff- und Energiebilanzen Umwelt-Produkt-Deklarationen (EPD) bereitgestellt. In einer ganzheitlichen Lebenszyklusbetrachtung wird dabei der Werdegang der Produkte von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis hin zur Entsorgung betrachtet. Die Ergebnisse der Berechnungen zeigen, dass die Bilanzen bei Stahlrohren und Stahlleitungsrohren maßgeblich durch die Herstellung des Vormaterials beeinflusst werden.

Verfahren zum Erkennen von externen Einflüssen auf Rohrleitungen durch kontinuierliches Monitoring auf Basis des KKS und in Kombination mit zusätzlicher Sensorik

Dipl.-Ing. Daniel Steller, Raimund Tietz, Steffel KKS GmbH, Lachendorf,
Dr.-Ing. Holger Brauer, Mannesmann Line Pipe GmbH, Hamm

Der Schutz von Stahlrohrleitungen gegen äußere Korrosion wird in der Praxis durch eine Kombination von zwei sich optimal ergänzenden und aufeinander abgestimmten Schutzverfahren realisiert. Der passive Korrosionsschutz wird durch die hochwertige Rohrumhüllung sichergestellt, den aktiven Korrosionsschutz übernimmt dabei der klassische kathodische Korrosionsschutz (KKS). Der KKS ist inzwischen auch ein unverzichtbarer Bestandteil der zustandsorientierten Instandhaltung. Die Rohrleitungsintegrität kann mit Hilfe des KKS und durch kontinuierliches Monitoring dahin gehend überwacht werden, dass bspw. externe Beanspruchungen, Beschädigungen oder auch direkte Angriffe auf die Integrität einer Rohrleitung erkannt werden. In der vorliegenden Arbeit wird ein von der Firma Steffel KKS GmbH entwickeltes Konzept vorgestellt, dass unterschiedlicher Sensorik mit dem KKS kombiniert.

HFI-geschweißte Rohre für Anwendungen im Tiefsttemperaturbereich

Dipl.-Berging. Michael Bick, Dr.-Ing. Holger Brauer, Line Pipe GmbH, Hamm,
Frank Meyer, FW-Fernwärme-Technik GmbH, Celle

Mannesmann Line Pipe GmbH hat für den Transport von gasförmigen oder flüssigen Medien bei niedrigsten Temperaturen hoch anspruchsvolle bainitische Rohre entwickelt, die sich unter anderem auch für den Bereich LNG eignen. Neben der Prozessroute der Rohrherstellung, werden sowohl die Eigenschaften des Materials und der Rohre, als auch der Rundnähte aufgezeigt. Die FW-Fernwärme-Technik hat diese Rohre für die Konstruktion eines speziellen Mehrfach-Rohrsystems zur Förderung von LNG bei Temperaturen von -162 °C verwendet. Die mehrjährigen Versuche mit flüssigem Stickstoff bei -196 °C werden ebenfalls vorgestellt. Es konnte gezeigt werden, dass das Tiefsttemperaturmaterial alle Anforderungen zum Transport von LNG erfüllt. Darüber hinaus bietet es Potential um teure austenitische Stähle für Anwendungen bei Temperaturen bis zu -196 °C zu ersetzen.

Moderator: Frank Harms,
Wirtschaftsvereinigung Stahlrohre e.V., Düsseldorf