Vortragsblock 6

Moderne Verfahren zur Inspektion und Sanierung von Abwassernetzen

Donnerstag, 09.02.2018, 11.00–12.30 Uhr, Raum I 13

Inspektions- und Sanierungsbedarfe für Abwassernetze

Dipl.-Ing. Swen Pfister, hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Die Betreiber von Abwassernetzen orientieren sich bei der Ableitung von Inspektionsbedarfen derzeit überwiegend an festen Intervallen, gemäß den Bestimmungen der Eigenkontrollverordnungen. Die derzeit geltenden Eigenkontrollverordnungen nutzen vorhandene Gestaltungsspielräume, die sich aus dem aktualisierten technischen Regelwerk ergeben, im Hinblick auf selektive Inspektionsstrategien bzw. -Intervalle noch nicht in vollem Umfang aus. Anderseits ist es im nicht unerheblichen Umfang üblich, im Falle von fehlenden Bestimmungen zur Eigenüberwachung, auf regelmäßige und flächendeckende Inspektionen zu verzichten.
Perspektivisch ist im Hinblick wäre es im zunehmenden Maße sinnvoll, die eingesetzten Inspektionsverfahren und -techniken an den vorhandenen Werkstoffen und den jeweiligen Inspektionszweck anzupassen.
Für die Sanierung von Kanalnetzen ist infolge der Entwicklung des technischen Regelwerks die Notwendigkeit zur expliziten Formulierung von Sanierungszielen und Ableitung von Sanierungsstrategien gegeben. In diesem Zusammenhang ist mit einem zunehmenden Bedarf an Instrumenten für Monitoring und Wirkungsanalysen zur Bewertung von strategischen Ansätzen zu rechnen.
Diesbezüglich besteht seitens der Betreiber, insbesondere von kleineren und mittleren Kanalnetzen, eine entsprechende Erwartungshaltung an die Hersteller und Dienstleister, Instrumente zur Entwicklung und Validierung von Sanierungsstrategien wirtschaftlich einsetzen zu können.
Auf der Basis von Kanalnetzalterungsmodellen sind langfristige Wirkungsanalysen und Finanzbedarfsermittlungen möglich und ermöglichen somit den Betreibern die Validierung bzw. Optimierung von Sanierungsstrategien.

Angewandte Inspektions- und Sanierungsverfahren für Druckleitungen in Bremen

Dipl.-Ing. Detlef Hylla, hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

In der Abwasserableitung werden Pumpstationen intensiv überwacht, der Aufwand und die Aufmerksamkeit für die zugehörigen Druckleitungen beschränken sich jedoch oft nur auf ein Minimum. Schäden an Druckleitungen sind meistens schwer zu erkennen und deshalb auch nur mit erheblichem Aufwand zu beseitigen. Das Gefährdungspotential durch eine defekte Druckleitung kann dabei ein höheres sein als das eines schadhaften Freispiegelkanals. Durch die Einführung der Inspektionsverfahren und das Erneuern von schadhaften und alten Druckleitungen in Bremen bekommen die Betriebssicherheit und der Umweltschutz einen noch höheren Stellenwert.

Aktuelle Projektvorstellungen aus dem Kanalnetzsanierungsprogramm in Bremen

Dipl.-Ing. Arne Schmüser, hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Im Kanalnetz Bremens werden kontinierlich gleichbleibend hohe Summen investiert. Über die letzten Jahre war hier eine Verlagerung der Investitionen von der offenen Bauweise hin zu mehr Investitionen zur Renovierung durch Schlauchliner zu erkennen. Vor dem Hintergrund sich stetig wandelnder Planungsrandbedingungen, vor allem der öffentlichkeitswirksamen Faktoren, werden aktuelle Baumaßnahmen vorgestellt.

Moderator: Dipl.-Ing. Jörg Broll-Bickhardt,
hanseWasser Bremen GmbH, Bremen