Vortragsblock 19

Grundlegendes zur Kanalsanierung

Donnerstag, 09.02.2017, 15.30–17.00 Uhr, Raum E 22

Beurteilung der Standsicherheit bestehender Kanäle

Dipl.-Ing. Markus Maletz, TÜV Rheinland Industrie Service GmbH

Für die Instandhaltung unserer Kanäle werden nach dem Ergebnis der letzten DWA-Umfrage aus 2015 „…kurz- und mittelfristig…“ höhere Investitionen notwendig sein, als bisher. Neben der Forderung der Dichtheit und Betriebssicherheit ist eine Forderung der EN 752, dass die Rohre auch standsicher sein müssen. Gerade im Bereich der begehbaren Profile sind die Möglichkeiten der Untersuchungen meist relativ einfach durchführbar. Mit den Ergebnissen von Bohrkern- sowie Bodenuntersuchungen und einer Begehung der Leitung (CCTV, 3D-LaserScan) kann ein statisches Modell des Ist-Zustandes erstellt werden, das eine Aussage über die langfristige Standsicherheit gibt. Es kann eine Einteilung in den Altrohrzustand nach DWA-A 143-2 erfolgen. Weiterhin kann mit den Ergebnissen im Anschluss eine „Vorauswahl“ eines Renovationsverfahrens erfolgen, welches dann ebenfalls berechnet wird. Damit ist auch eine Grundlage z. B. für die Ermittlung einer Wanddicke gegeben, die für eine Ausschreibung einer Kanalrenovation benötigt wird.

Abwasserkanalisation und Vermeidung von Umweltauswirkungen durch undichte Kanäle

WissAe Simone Brandt, Umweltbundesamt,
RR Matthias Jung, Umweltbundesamt

Die Abwasserkanalisation in Deutschland ist sanierungsbedürftig und ihr Substanzerhalt eine große Herausforderung für Städte und Kommunen. Im Rahmen seiner Aufgaben befasst sich das Umweltbundesamt mit der ressourcenschonenden, stoffstromorientierten Abwasserbewirtschaftung. Dazu gehört die Dichtheit von Kanalsystemen. Sind Kanäle undicht, so kann dies ökologische Auswirkungen haben. Exfiltration und Infiltration bewirken letztlich einen erhöhten Stoffeintrag in die Umweltmedien Wasser und Boden. Der Vortrag gibt zunächst einen Überblick über die rechtlichen Regelungen in diesem Bereich und geht sodann auf die Aktivitäten des Umweltbundesamtes ein, die das Ziel verfolgen die Dichtheit von Kanalsystemen zu fördern. Im anschließenden Vortrag „Warum ein Leitfaden zur Kanalsanierung“ von Dipl.-Volkswirt Horst Zech wird das aktuelle Forschungsprojekt vorgestellt.

Entwicklung eines Leitfadens zur Kanalsanierung

Dipl.-Volkswirt Horst Zech, BMIRO – Beratungs- und Management Institut für Rohrnetze GmbH

Warum ein Leitfaden zur Kanalsanierung? Ziel des Vorhabens ist ein bundesweit gültiger Leitfaden zur nachhaltigen Sanierung der Abwasserkanalisation. Das Umweltbundesamt möchte mit der kurz gefassten Darstellung ein nachhaltiges Bauen und Sanieren proklamieren. Zugleich muss darauf geachtet werden, dass finanzielle Mittel wirtschaftlich und zielgerichtet eingesetzt werden.

Moderator: Prof. Dr.-Ing. Bert Bosseler,
IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur gGmbH