Vortragsblock 2

Betonrohre

Donnerstag, 09.02.2017, 9.00–10.30 Uhr, Raum E 14

Hydraulische Sanierung mit Großrohren aufgrund von Starkregenereignissen

Dipl.-Ing. Ralf Baldauf, planungsbüro schumacher

Der Mehlemer Bach hat ein Einzugsgebiet von 18 km² und eine Länge von 11 km, davon 2 km im Bonner Stadtgebiet. In Mehlem mündet der Bach in den Rhein. Im Juli 2010 erfolgte ein Extremereignis mit seltener als 1.000 Jahren statistischer Häufigkeit. Es folgte im Juni 2013 und im Juni 2016 ein Hochwasserabfluss von statistisch etwa 100 Jahren Häufigkeit (ca. 30 m³/s). Durch die statistisch sehr seltenen Abflüsse wurden starke Schäden verursacht. Die Planung basiert auf einer Bypassleitung mit etwa 1.000 m Länge, die oberhalb der vorhandenen hydraulischen Engstellen in Mehlem eine Aufteilung des Bachabflusses vorsieht. Im 1. und 2. BA wurde eine 300 m lange Leitung DN 3000 in offener Bauweise mit FBS-Stahlbetonrohren verlegt. Im 3. BA wurde eine 700 m lange Vortriebsstrecke (FBS-SB-Rohre DN 2600 – DN 2800) geplant. Im 4. BA sind die Herstellung des Einlaufbauwerkes in den neuen Bypass und eine Verbesserung des Abflusses im Mehlemer Bach vorgesehen.

BIM im Tiefbau – eine neue Chance für das Betonrohr?

Dr.-Ing. Jens Ewert, Verband Beton- und Fertigteilindustrie Nord e.V.

Beton ist ein moderner Werkstoff, aus dem nachhaltige Rohre mit hoher Tragfähigkeit produziert werden. Hersteller garantieren zudem durch Qualitätssicherung und unabhängige Überwachung einen hohen Standard ihrer Produkte. Die Entwicklung von High-Tech-Betonen ermöglicht einen Einsatz auch unter widrigsten Umgebungsbedingungen. Eine zunächst mal werkstoffunabhängige Entwicklung ist das Building Information Modeling (BIM), das die Abwicklung komplexer Baustellen, wie sie auch im Tiefbau vorliegen, erleichtern soll. BIM bietet auch dem Werkstoff Beton, durch verbesserte Steuerungsprozesse und Abläufe auf der Baustelle, neue Möglichkeiten, wie just-in-time-Produktion und Lieferung. Jedem Bauteil können signifikante Produkteigenschaften wie z. B. die Betonqualität oder Tragfähigkeit zugeordnet werden und mit Informationen aus Inspektionen und Kamerabefahrungen zu einem Modell zur Beschreibung der Lebensdauer zusammengefasst werden.

Gemeinschaftspublikation DIN EN 1610 und DWA A 139

Dipl.-Ing. Erich Valtwies, Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. (FBS)

Die DIN EN 1610 regelt als maßgebende europäische Norm die Verlegung und Prüfung von Abwasserleitungen und -kanälen. Die Neufassung des DWA-Arbeitsblattes A 139 enthält weitergehende Ausführungen, Erläuterungen und Ergänzungen zur DIN EN 1610. In dem Vortrag „Gemeinschaftspublikation DIN EN 1610 und DWA-A 139“ werden die Änderungen und Neuerungen vorgestellt. Die gilt insbesondere für die Anforderungen an zeitweise fließfähige, selbstverdichtende Verfüllbaustoffe (ZFSV) und an baggergeführte Anbauverdichter.

Moderator: Dipl.-Ing. Hans-Dieter Thale,
Fachvereinigung Beton- und Stahlbetonrohre FBS, Bonn